Zum „Welttoilettentag“ am 19.November 2020

Wir müssen reden!
Über Toiletten.
Oder besser: Über Orte, an denen es keine Toiletten gibt.
Und über faszinierende Alternativen, wie die „Wertstoffe“, die wir täglich ausscheiden, wieder in den natürlichen Kreislauf geführt werden, ohne die Umwelt zu belasten.

Aufs Klo muss jeder. Doch kaum jemand redet gerne darüber.
In den Industrienationen sind wir es gewohnt, in unser Trinkwasser zu sch**ßen und dadurch eine stinkende Kloake (aus wertvollem Trinkwasser, vermischt mit Fäzes, Urin und Grauwasser) durch kilometerlange Kanalisation ins nächste Klärwerk zu spülen.

Deckel zu! Aus den Augen aus dem Sinn.
Nach uns die Sintflut.

[Dass die Erfindung des Wasser-Closett eine witzige, aber aus heutiger Sicht dumme Erfindung war und seine massenhafte Verbreitung eine große Fehlentscheidung… ist nochmal ein anderes Thema, welches dringend diskutiert werden muss.]

[Weltweit leben 4,2 Milliarden Menschen ohne sichere Sanitärversorgung. 893 Millionen Menschen machen ihr Geschäft im Freien. Geschieht dies planlos unter katastrophalen hygienischen Bedingungen breiten sich Krankheiten leichter aus und Trinkwasser wird verunreinigt. Hunderttausende sterben daran jährlich. Die UN sprechen daher von einer weltweiten Hygienekrise.]

Einfache Latrinen, bei uns in Deutschland in manchen Gegenden bis vor 30 Jahren noch als „Plumsklo“ verbreitet, produzieren ebenfalls eine stinkende Kloake. Viele abgelegene Höfe (z.B. im Schwarzwald) haben für ihr Abwasser noch heute eine Drei-Kammer-Grube, in denen anearobe Bakterien Faulschlamm produzieren, der jährlich abgeholt wird.

Dass es aber als Alternative eine Vielzahl ökologisch-nachhaltiger Toilettensysteme gibt, die komplett ohne Wasser und ohne Chemie auskommen, ist bisher noch wenigen bekannt.

Für die Zukunft wird es immer dringender, die Stoffströme bereits im Haus getrennt aufzufangen und in eigene Verwertungsbahnen zu lenken. Zum einen ist das Urin, in reiner Form ein hochwertiger Dünger für den Garten (das „flüssige Gold“ enthält viel Kalium, Magnesium und Stickstoff). Vermischt mit Wasser kann Urin als sogenanntens „Gelbwasser“ besser weiterverarbeitet und verwertet werden, als wenn er wie bisher üblich in der gesammelten Kloake als „Schwarzwasser“ zur Kläranlage fließt.

Zum anderen organisches Material wie Küchenabfälle, die sich gut kompostieren lassen. Dazu zählt auch unser Fäzes (Synonym für: Stuhl, Großes Geschäft, Häufchen, Kot, Scheiße, AA,…).
Unter kontrollierten Bedingungen wird der „Menschenmist“ in kurzer Zeit ausreichend hygienisiert und kann als närstoffreicher Humus wieder in die Natur ausgebracht werden.

Sind Urin und Fäzes bereits aussortiert, bleibt als häusliches Abwasser nur noch schwach belastetes „Grauwasser“ aus Dusche, Badewanne, Wasch- und Spülmaschiene, das sich (unter Verwendung ökologisch abbaubarer Wasch- & Spülmittel) problemlos in einfachen Pflanzenkläranlagen reinigen lässt

Hinter den Begriffen Trenn- Trocken- Kompost- oder Humustoilette versteht man eine vielzahl ähnlicher Toilettensysteme, die für unterschiedliche Anforderungen angepasste Lösungen bieten. Bereit Im Jahr 1939 entwickelte Rikard Lindström in Schweden das „Clivus Multrum“, eine wasserlose Trenn-Trockentoilette mit integrierter Kompostierkammer.

Auf dieser Webseite werden wir euch grundlegend über zukunftsfähige Sanitärsysteme und ökologische Kreislaufwirtschaft informieren.

Naturstuhl-Pflanzenkläranlage
Wildblumenwiese Naturstuhl

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